Du hast einen Schatten…

 

Wie man einen Schattenwurf erzeugt 

Wie man einen Schattenwurf erzeugt

Bei Compositings aus verschiedenen Bildbestandteilen kommt früher oder später der Zeitpunkt wo man Schatten hinzufügt, um das ganze realistischer zu machen. Das kann man auf verschiedene Weise machen und vier Varianten möchte ich hier kurz vorstellen:

 

1. Methode: einfache Ebene mit schwarzem Fleck…
Auf einer neuen Ebene unter dem Objekt, das den Schatten werfen soll, füge ich die Umrisse des Schattens hinzu. Das kann mit einem Pinsel geschehen, mit einer Lassoauswahl, einer Auswahl durch das schattenwerfende Objekt oder jeder anderen geeigneten Methode, der man sich in diesen Fällen normalerweise bedient. Und auch der Grad der Weichzeichnung hängt individuell von der Szene bzw. den vorhandenen Lichtquellen ab.
Diese Auswahl fülle ich mit Schwarz und stelle den Ebenenblendmodus auf „Multiplizieren“. Das Finetuning erfolgt dann über den Regler für die Deckkraft und fertig ist unser Schatten.

 

Reines Schwarz jedoch wirkt oft etwas weniger realistisch, zudem kann das Verwenden von reinem Schwarz für Schatten und reinem Weiß für Highlights das gesamte Bild kreidig und matt erscheinen lassen. Besser ist es, die Farbe des Schattens an den Untergrund anzupassen, auf den der Schatten fällt. Ausnahmen sind Sonderfälle wie Objektfotografie, wo die abzubildenden Objekte auf neutralem Studiohintergund stehen oder liegen. Wenn man neutrales Grau dunkler macht, wird es nun mal zu Schwarz. Wir wollen uns aber mehr mit den farbigen Varianten befassen. Daher:

 

2. Methode: Ebene mit Ebenenstil…
Die Umrisse für den Schatten erzeuge ich wie oben beschrieben. Die Füllfarbe auf der Ebene ist auch reine Geschmackssache, denn wir werden die Ebene jetzt über „Ebenenstile – Farbüberlagerung“ mit der Farbe einfärben, die der Schatten haben soll. Logischerweise orientiert sich diese Farbe an dem Untergrund, auf den der Schatten fällt. Bei Wahl der Überlagerungsfarbe nehmen wir einfach mit der Pipette die Farbe des Untergrundes auf und machen sie nur entsprechend dunkler. Jetzt stellen wir die Farbüberlagerung UND die Eben BEIDE auf „Multiplizieren“ und fertig ist der Schatten. Die Form des Schattens kann ich jederzeit auf der Ebene ändern, die Farbe bleibt mir dabei immer erhalten.

Diese Variante sieht schon mal viel besser aus als Methode 1.

 

3. Methode: Volltonfarbe…
Dem Weg 2 sehr ähnlich ist diese Variante. Statt einer leeren Ebene erzeuge ich eine Volltonfarbenebene. Die Farbe dafür wähle ich genau wie unter 2 beschrieben. Die Form jedoch kommt hier in die Ebenenmaske! Und auch diese Ebene stelle ich auf Multiplizieren. In der Wirkung gibt es zwischen 2 und 3 keine Unterschiede. Welche man verwendet ist reine Geschmackssache.

 

4. Methode: Tonwertkorrekturebene…
Diese Methode hat den Vorteil, das ich mir über die Farbe keine Gedanken machen muss. Somit kann ich auch Schatten auf einer Ebene zusammenfassen, die eigentlich verschieden Farben benötigen. Die Tonwertkorrektur regelt das automatisch. Ich erzeuge also eine Tonwertkorrekturebene, erzeuge den Schattenwurf wieder in der Ebenenmaske und stelle den Blendmodus wieder auf „Multiplizieren“. Jetzt stelle ich im Dialog der Tonwertkorrektur die Details ein. Zum einen ziehe ich den mittleren Regler in der Tonwertspreizung nach rechts. Dadurch wird alles schon mal dunkler und genau das ist ja auch die Auswirkung eines Schattens. Für das Finetuning empfiehlt es sich aber noch, im Tonwertumfang den weißen Regler relativ weit nach links zu ziehen. Warum? Weil sonst sehr helle Bildbereiche, die innerhalb des Schattenbereichs liegen, hell bleiben und entsprechend leuchten. Das ist aber natürlich unrealistisch, also schränken wir den Tonwertumfang entsprechend ein. Und fertig ist der Schatten.

 

Natürlich hängt die Auswahl der Methode vom Bild und dem persönlichem Geschmack ab. Mit diesen vier Methoden sollte man aber immer zum Ziel kommen.