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dodge & burn I

Der einfache Start

„dodge“ und „burn“ sind die englischen Bezeichnungen für Abwedeln und Nachbelichten und werden für die Belichtungskorrektur eingesetzt. Das ist mit Photoshop sehr einfach und kann dafür benutzt werden die Plastizität eines Fotos zu erhöhen, abzuschwächen oder überhaupt erst zu erzeugen. Wie das im einzelnen passiert, erkläre ich in diesem Tutorial.

Wir erstellen zuerst eine neue Ebene über unserem Originalfoto und füllen diese mit Neutralgrau. Dazu klicken wir mit gedrückter ALT-Taste auf das „Neue Ebene erstellen“-Icon in der Ebenenpalette. Als Ergebnis bekommen wir dieses Menü:

Hier sind nur zwei Einstellungen vorzunehmen: Der Modus muss „Weiches Licht“ sein und der Haken bei „Mit neutraler Farbe … 50% Grau“ muss gesetzt sein, sonst funktioniert das nicht.

Nun können wir auf verschiedene Arten bzw. mit verschiedenen Werkzeugen die Belichtung ändern, indem wir in dieser grauen Ebene arbeiten. Besagte Werkzeuge sind der Abwedler, der Nachbelichter und der Pinsel.

Der Abwedler und der Nachbelichter gehören quasi zusammen und damit können wir entweder nachbelichten (Nachbelichter-Werkzeug) und das Grau schwärzen oder abwedeln (Abwedler-Werkzeug) und das Grau heller machen. Dies jeweils in nur kleinen Schritten und nicht mit der groben Kelle. Sprich wir stellen die Belichtung auf 10% ein. Und da wir gezielt das Grau bearbeiten wird „Bereich: Mitteltöne“ gesetzt.

Der Pinsel – und das ist meine bevorzugte Methode – leistet die gleiche Arbeit. Man benutzt ihn wie gewöhnlich und wechselt je nach Absicht (Abwedeln oder Nachbelichten) nur zwischen den Farben Weiß und Schwarz. Als Deckkraft eignen sich Werte zwischen 10 – 20%, in Gesichtern für Details auch nur 5%. Die Pinselgröße (weiche Pinsel bevorzugt) variiert natürlich mit dem Motiv. Malen wir nun mit Weiß oder Schwarz auf dem Grau machen wir das Foto darunter (dank dem Modus Weiches Licht) an diesen Stellen heller oder dunkler.

Soviel zur Theorie, kommen wir nun zur Praxis. Ich habe drei Beispiele ausgewählt, um die Einsatzmöglichkeiten zu erläutern.

Bei dem Barbar kann man sehr schön Muskeln betonen – ODER aber abschwächen. Ich habe an dem Beispiel beides gemacht. In der ersten Bearbeitung habe ich die Muskeln betont, was besonders am Bauch gut zur Geltung kommt. Hier wirken die Muskelstränge wie zusätzlich aufgepumpt.

In der zweiten Bearbeitung dagegen habe ich genau das Gegenteil gemacht. Und schon wirkt der ganze Körper flacher und weniger rund.

Beides nur durch Verstärken oder Abschwächen der hellen und dunklen Bereiche und dies nur durch malen mit Weiß oder Schwarz in der grauen Ebene.

Sehr geeignet ist diese Methode auch, überhaupt erst Plastizität zu erzeugen und Körper oder Körperteile mehr „wie zum Greifen“ erscheinen zu lassen. Bei diesem Beispiel ist vor allem der Oberschenkel flach und platt – nix mit plastisch.

Hier habe ich einfach den Eindruck einer Rundung durch mehr Licht und Schatten sprich mehr Weiß und Schwarz auf der grauen Ebene hervorgerufen. Das mag bei diesem Foto nicht beeindrucken, aber auf diese Weise kann man auf allen Armen, Beinen und eigentlich ganzen Körpern einen zarten seidenen Schimmer erzeugen.

Beim letzten Beispiel nun wenden wir diese Technik auf ein Portrait an. Sehr gut sichtbar ist das dodge&burn an den Augen und der Unterlippe. Die Augen wirken viel lebendiger, weil die Iris viel plastischer wirkt. Lippen macht man dadurch etwas runder / voller. Hier habe ich auf der Unterlippe den bereits bestehenden Glanz verstärkt.

Im Gesicht macht man i.d.R. die Umrandung bzw. den Haaransatz und die Augenbrauen dunkler. Hier habe ich noch die Grübchen links und rechts betont. Dagegen habe ich das Grübchen am Kinn und die Schatten der Unterlieder abgeschwächt. Zu guter Letzt habe ich noch die Haarsträhnen betont.

Und das war es schon zur Einführung in die Grundlagen von dodge & burn. In kommenden Tutorials werde ich noch weitere d&b-Verfahren zeigen, die sich am Ende alle miteinander kombinieren lassen.

Danken möchte ich an dieser Stelle für die tollen Fotos:

  • Marcus J. Ranum (mjranum-stock.deviantart.com) für den Barbaren und das Frauenbein.
  • Pixabay.com für das Portrait.