Pixel Voodoo

Wie man den Blick lenkt

Es gibt kleine Feinheiten, die einzeln genommen nichts besonderes sind, aber in der Summe einem artwork den letzten Schliff geben. Sie dienen dazu, dem Blick des Betrachters einen kleinen Schubs zu geben. Einige dieser Tricks sind einfache Gegensätze:

hell – dunkel
scharf – unscharf
Farbe – Farbe

 hell – dunkel

Die am meisten benutzte Methode spielt mit dem gezielten Setzen von Highlights. Ein bestimmter Teil des artworks wird etwas heller gemacht. Gerade soviel, das es gerade so eben noch wahrnehmbar ist; am besten haarscharf darunter.

Dazu nehme man eine Gradationsebene ohne Veränderungen und mit schwarzer Ebenenmaske. Den Blendmodus setze ich auf Negativ multiplizieren. Jetzt male ich mit einem Pinsel mit weicher Spitze und einer Deckkraft von 10 – 50 % in der Ebenenmaske genau da, wo ich das Bild aufhellen möchte (die Hotspots). Soweit so gut, doch warum dann eine Gradationskurve? Weil ich danach noch an zwei Stellen drehen kann, um die Aufhellung einem Finetuning zu unterziehen! Verstärkung und Abschwächung des Effekts kann ich durch Veränderung der Gradationskurve und/oder der Ebenendeckkraft sehr fein steuern.

Übrigens funktioniert das auch umgekehrt: Ist das Gesamtbild sehr hell, kann ich die Hotspots auch dunkler machen.

 

 scharf – unscharf

Die Idee ist die gleiche: ausgewählte Bildteile vom Rest abheben. Diesmal jedoch durch Variation der Schärfe. Zum Beispiel kann die Umgebung zum Bildrand hin unschärfer werden. Oder wie bei den Highlights sind bestimmte Bildteile etwas schärfer als der Rest.
Dazu nehme man eine Ebenenkopie des artworks, zeichne dieses weich (nur ganz leicht und nicht übertreiben) und steuere die Einblendung dann wieder über eine Ebenenmaske.

 

Farbe – Farbe

Man kann Teile des artworks entsättigen (bevorzugt den Rand), um die Hotspots hervorzuheben. Jedoch ist hier besonderes Augenmaß gefragt, denn eine Variation der Sättigung kann sehr viel leichter in den Blick fallen als eine Aufhellung. Und wenn zu viel entsättigt wird, wirkt das ganze Bild schnell künstlich. Als Variation bietet sich das Einfärben an. Zum Beispiel könnte zum Rand hin der Hintergrund auf einen einheitlichen Farbton eingefärbt werden. Dieser Farbton kann je nach Thema, Besonderheit oder einfach nur Geschmack gewählt werden. Zusätzlich kann man mit der Färbung auch die Stimmung des Gesamtbildes steuern (z.B. gelb für eine fröhliche Sommerstimmung).

 

Diese Tricks sind natürlich auch in Kombination miteinander anwendbar!